Mittwoch, 16. August 2017

Wangerooger Dorf-Impressionen...



Steigt man im Ort aus der Inselbahn, dann fällt einem sofort der Alte Leuchtturm, erbaut 1856, mit 39 m Höhe auf. Er ist seit Jahren nicht mehr in Betrieb und dient - mit 161 Stufen nach oben - nunmehr als Aussichtsturm. Ich bin nicht hochgestiegen, mußte mir meine Kraft ein wenig einteilen. Die Aussicht soll aber grandios sein, wie mir berichtet wurde.

In dem Leuchtturm befindet sich ein Museum. Außerdem ist dort das Standesamt untergebracht.



Nun lasse ich einfach die Fotos sprechen. Schöne Motive gab es mehr als genug.

 


'Was mir auf Wangerooge besonders gut gefällt' (Kinderzeichnung im Rosengarten)...



 



Hier würde ich gerne einziehen: klein, aber fein...

  


Sorry, irgendwie schief fotografiert, aber trotzdem sehenswert...



Mal etwas ganz anderes: St. Willehad, eine Katholische Kirche mit schönem Garten und Sitzgelegenheiten,




eine Kirche mit schön gestaltetem Innenhof,


 

eine Kirche hell und modern mit wunderschönen bunten Fenstern, wo man gerne einkehrt und sich niederläßt, so dass ich ganz vergessen habe, das Gotteshaus (1963 erbaut) auch noch von außen zu fotografieren.


 
  



Flugplatz Wangerooge...

  
Altes Wiegehäuschen...

Schöne Haustüren, schöne Eingänge...
 
Mahnmal im Dorfgarten...



Und die Kirchentür ist weit sichtbar offen für jedermann...


Die evangelische Kirche St. Nikolai von 1910 - direkt neben dem alten Leuchtturm - ist ein wunderschönes Gotteshaus, sowohl von außen als auch von innen. Für mich war sie das Highlight im Ort. Das Gotteshaus ist benannt nach dem Schutzpatron der Seeleute, dem Heiligen Nikolaus.


Der Innenraum ist schnörkellos, hell, mit wunderschönen Fenstern,





mit der Möglichkeit, sich vor dem Weiterziehen ins Besucherbuch einzutragen, einen Gruß oder Wunsch zu hinterlassen als Beweis dafür, dass man hier gewesen ist,


die Hortensien hier am Gotteshaus zeigten keinerlei Spätfrostspuren, waren im ganzen Ort überall zu sehen und blühten wunderschön.


Nachfolgend eine Bepflanzung, die ich sehr mag, die mich zum Schmunzeln brachte...

Stockrosen an der Kirchenwand...
  
Jetzt mal abgesehen von den Kurgärten, hätte ich mir ein paar mehr Ruhebänke auf Wangerooge gewünscht. Umso mehr hat mich beeindruckt, dass die Kirche hier eine Bank zum Innehalten und Ausruhen anbietet.


Nach dem Spaziergang durch den Ort fuhr ich mit der Insel-Bahn zurück zum Hafen. Doch darüber schreibe ich in meinem nächsten Post.

Teil I verpasst? Kein Problem, HIER entlang.
 
All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich bis dahin eine gute Zeit.

Dienstag, 15. August 2017

Bilder-Pingpong bei 'Jahreszeitenbriefe': Mit Pfeil & Bogen...




Sechs Kinder mit Pfeil & Bogen in Reih und Glied aufgestellt, zeigt das Impulsfoto, zwei von ihnen unentschlossen, doch drei augenscheinlich entschlossen, ihre Pfeile in Richtung der beiden 'Zielscheiben' abzufeuern. Ein Junge hat anscheinend überhaupt keinen Plan, wie das Geschoss funktionieren soll.






Zwei Kinder wurden als 'Zielscheiben' auserwähnt. Sie dürfen jeweils einen Schild (Schutzwaffe) halten. Das kleinere Kind im Vordergrund mit Kapuze duckt sich, während der Kopf des hinteren Jungen ungeschützt den Schild überragt. Ich muss unwillkürlich an mein Herzenskind denken. Menschliche Zielscheiben, wer hat sich das nur ausgedacht? 
 


Alle Beteiligten sind einheitlich blau gekleidet, als gehörten sie einem Verein an. Zwei ältere Jugendliche stehen etwas abseits. Auf mich wirken sie wie verantwortungslose Zuschauer, die nicht einschreiten, obwohl es ihre Pflicht wäre.





'Die drei Bogenschützen fixieren ihr Ziel und schießen ihre Pfeile am Ende wirklich ab!' denke ich bei dem Anblick. Mir läuft es kalt über den Rücken.

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Pfeil & Bogen gab es in meiner Kindheit bei den Jungen im Dorf auch. Diese 'Flitzbogen' waren so beliebt, weil man in der Nachkriegszeit kein anderes Spielzeug hatte und sich jeder Knabe dieses Gerät selber basteln konnte, genau wie die Steinschleuder, umgangssprachlich 'Protze' genannt. Etliche Unfälle veranlassten meine Mutti, sich meinen drei Jahre älteren Bruder vorzuknöpfen, um ein ernstes Wörtchen mit ihm zu reden. 'Man zielt nicht auf Menschen, nicht im Spaß und nicht im Ernst, nie, nicht mit Protzen, nicht mit Pfeil & Bogen, nicht mit Gewehren und auch nicht mit schlechten Worten oder bösen Gedanken!'



Und wie Recht sie damit hatte, wurde mir bewußt, als sich im Nachbarort ein Vorfall ereignete, der eine ganze bis dahin glückliche Familie zerstören sollte. 

Es waren 'Leute mit Geld', die sich alles leisten konnten, was angeblich zum Glücklichsein erforderlich ist. Der Vater gehörte einem feudalen Jagdclub an und versuchte, seinen Sohn von Klein auf an ebenfalls für die Jagd zu begeistern

Eines Tages kam der Vater von der Jagd nach Hause, lehnte sein Gewehr in der Küche gegen eine Wand, um nur kurz ins Bad zu gehen. Als die Mutter mit einem gefüllten Wäschekorb die Küche betrat, hielt ihr achtjähriger Sohn das Gewehr auf sie gerichtet in Händen und rief lachend: 'Mami, Hände hoch oder ich schieße!' Und als sie die Wanne nicht abstellte, um die Hände zu erheben, drückte er ab. Die Mutter sackte in sich zusammen. Sie war auf der Stelle tot. Für den Jungen sollte es ein Spaß sein. Er war es gewohnt, dass das Gewehr des Vaters gesichert und nicht geladen war.

Fazit: Die Mutter tot, der achtjährige Sohn ihr Mörder. Der Vater mußte sich vor Gericht wegen Verletzung seiner Aufsichtspflicht und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten und wurde rechtskräftig verurteilt. Aber das machte die Mutter nicht wieder lebendig, sondern die Sache nur noch schlimmer. 

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DESHALB läuft es mir beim Anblick des Impulsbildes eiskalt über den Rücken. Wenn der Rasen auch noch so grün, ein Baum, Sträucher und sogar ein Bach in der Nähe sind, so machen sie das Foto für mich nicht besser. Ich mag es nicht!

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Ich mag es auch nicht, wenn kleine Kinder im Sommer mit Wasserpistolen herumlaufen. Erst kommt die Wasserpistole, dann die andere und vielleicht später sogar eine echte.

Ein kleiner Junge hatte beim Trinken mit einem Strohhalm durch eine unachtsame abrupte Bewegung seinem Vater den Strohhalm ins Auge gestoßen. Das Auge konnte zum Glück noch gerettet werden.

Ich hasse es auch, wenn Leute beim Essen erzählen und dabei mit Messer und Gabel in der Gegend herumfuchteln. 

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Mit meinen Kindern war ich im Freibad zu finden, in der Bücherei und auf Sportplätzen. Wir haben Picknicks im Wald gemacht, kannten sämtliche Abenteuerspielplätze und Trimmpfade in der ganzen Umgebung. Es bedarf keiner 'Spielgeräte', die zur Waffe mutieren können.

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Das Leben und die Gesundheit sind das wertvollste Geschenk, das wir haben. Man sollte weder das eine noch das andere gedankenlos oder fahrlässig aufs Spiel setzen. Mal hat man Glück, ein anderes Mal nicht.

Im wirklichen Leben stehen tödlich verletzte Menschen nämlich nicht - wie im Film und in Computerspielen - wieder auf. 

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Impulsbild

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Ich möchte hier anmerken, dass ich den Text zu dem Impulsfoto spontan geschrieben und später 'entschärft' habe, weil ich nicht weiß, wo und wie das Foto entstanden ist, wer die Kinder sind, in welchem Verhältnis sie zu Dir, liebe Ghislana, stehen. Ich will hier niemanden verletzen, bin aber auch nicht der verlogene Typ Mensch, der als Reaktion auf das Impulsbild in die Hände klatscht und begeistert 'Bravo', ruft, 'welch ein wunderschöner, kreativer Kindergeburtstag!'

Hätte anstatt der beiden Kinder (die geduckte Haltung des vorderen Kindes mit dem Verdrehen des ganzen kleinen Körpers drückt Angst pur aus!) dort vor einer sicheren Wand ein langer Tisch mit aufgestapelten leeren Konservendosen gestanden, dann wäre mir - obwohl ich grundsätzlich gegen solche 'Spielgeräte' bin - wahrscheinlich ein anderer Text dazu eingefallen.
All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen unfallfreien Tag.